Kapselendoskopie

Die Kapselendoskopie wird seit 2001 als bildgebendes Verfahren vor allem zur klinischen Untersuchung des Dünndarms angewendet. Im Gegensatz zu Magen und Dickdarm ist dieser relativ schwer mit von außen geführten Endoskopen zu untersuchen. Stattdessen wird hier eine frei schwimmende kleine Kapsel verwendet. Diese wird geschluckt und nimmt während ihrer sechs- bis achtstündigen Passage durch den Verdauungstrakt mit einer winzigen Weitwinkelkamera mehrmals pro Sekunde ein Bild aus dem Inneren des Darms auf und sendet dieses über Funk an eine Empfangs- und Speichereinheit, die der Patient an der Hüfte mit sich trägt. Er kann sich während der Aufnahme frei bewegen. Die Auswertung erfolgt später am Computer. Bei der Kapsel handelt es sich um einen Einmalartikel.

kapselendoskopie

In unserer Praxis haben wir mit dieser Untersuchungsmethode langjährige Erfahrung, da wir bereits seit 2002 mit den Kapseln der Firma Given Imaging GmbH arbeiten und mittlerweile auf eine beträchtliche Anzahl von durchgeführten Untersuchungen zurück blicken. Bitte lesen Sie das Aufklärungsblatt Kapselendoskopie (s. Download unter Patienteninfo), füllen Sie es aus und geben es unterschrieben ab.

Die Vorteile der Methode bestehen darin, dass diese Untersuchung aussagekräftige direkte Bilder liefert und dies, anders als beim Röntgen oder der Computertomografie ohne schädliche Strahlenbelastung. Auch ist sie viel angenehmer als eine endoskopische Untersuchung.

Welche Patienten kommen für die Kapselendoskopie nicht infrage?

Alle Patienten mit Passagebehinderungen des Magen-Darm-Kanals, insbesondere aber Patienten mit einer der folgenden Vorerkrankungen:

  • Verwachsungen (Briden)
  • Bekannte tiefe Dünndarmdivertikel
  • Darmverschluss (Mechanischer Ileus)
  • Schwere Darmträgheit (Intestinale Pseudoobstruktion)
  • Darmträgheit bei Diabetes (Diabetische Gastroparese)

Aufgrund mangelnder Erfahrungen über die genauen Risiken werden folgende Patientengruppen z.Zt. ebenfalls nicht mit der Kapselendoskopie untersucht:

  • Herzschrittmacherträger
  • Patienten mit zahlreichen Voroperationen am Bauch
  • Schwangere

Die Nachteile gegenüber der endoskopischen Untersuchung sind die, dass keine Gewebeproben entnommen werden können und die Kamera nicht steuerbar ist, sondern allein von den natürlichen Bewegungen des Darms vorangetrieben wird.

Seit Oktober 2008 bieten wir auch die endoskopische Untersuchung des Dickdarms mit einer speziellen Dickdarmkapsel an.